Industrielle und kommunale Landschaftspflege

Bekämpfung von Eichenprozessionsspinnern

Der Eichenprozessionsspinner kommt an der Stiel- und Traubeneiche, sowie an der Amerikanischen Roteiche vor. Er neigt besonders bei milder Witterung zu Massenvermehrungen, wobei lichte Eichenwälder, Bestandsränder, Straßen- und Einzelbäume bevorzugt werden.

Am Niederrhein trat diese ursprünglich seltene Insektenart zuerst 2001 zwischen Kevelaer und Geldern auf. Begünstigt durch das milde Klima der letzten Jahre hat sich der Eichenprozessionsspinner bis zum Jahre 2007 jedoch sehr rasch über die Kreisgebiete Kleve, Borken und Wesel weiterverbreitet. Ein starkes Auftreten des Eichenprozessionsspinners wurde 2007 auch in der Aachener Region festgestellt.

Das Kernproblem stellen die feinen Raupenhaare dar, die beim Menschen und Tieren verschiedene allergische Reaktionen hervorrufen können.

 
Bekämpfung von Eichenprozessionsspinnern

Biologische Grundlagen

Es handelt sich beim Eichenprozessionsspinner um einen eher unscheinbaren, ungefähr 25 mm großen Nachtfalter, der von Ende Juli bis Anfang September fliegt. Die Weibchen legen mehr als 150 plattenförmige und gut getarnte Eier an der Unterseite junger Zweige im oberen Kronenbereich ab.

Anfang Mai schlüpfen schließlich die samtartig behaarten Raupen, um dann die austreibenden Eichenblätter zu fressen. Sie durchlaufen bis zur Verpuppung 5-6 Entwicklungsstadien. Die Raupen ziehen sich tagsüber sowie auch zur Häutung in Gespinstnester zurück, die sich am Stamm oder an dickeren Astgabelungen befinden und bis zu einem Meter lang werden können. Gegen Abend begeben sich die Raupen von dort dann prozessionsartig, in langen Bändern mit 20 bis 30 Tieren nebeneinander auf erneute Nahrungssuche in die Baumkronen.

Die Verpuppung erfolgt Ende Juni/ Anfang Juli in dicht aneinandergedrängten Kokons innerhalb der Nester. Die Puppenruhe dauert 3-5 Wochen.

 

Gesundheitliche Gefahren

Eine akute gesundheitliche Gefährdung für den Menschen geht von den sehr feinen Haaren aus, die den Eichenprozessionsspinnerraupen ab dem dritten Larvenstadium wachsen. Diese leicht abbrechenden Brennhaare, die sich mit Hilfe von Widerhaken in der Haut festsetzen, können vom Wind über weite Strecken getragen werden.

Wenn man mit diesen Haaren direkt oder durch Einatmung in Berührung kommt, lösen sie durch ihr Eindringen einerseits eine mechanische Reizung an Hautstellen, Schleimhäuten oder Augen aus und setzen andererseits das als Nesselgift enthaltene Thaumetoporin frei. Besonders betroffen sind dünne Hautpartien im Gesicht, am Hals und an der Innenseite der Ellenbogen.

 

Gegenmaßnahmen

Bei Kontakt mit den Raupenhaaren sollte die Haut und das Haar gründlich abgespült und nicht gekratzt werden. Die festgehakten Haare kann man beispielsweise mit Klebestreifen von Pflastern entfernen. Die Kleidung ist sofort zu wechseln und sorgfältig zu waschen.

Es ist zudem sehr zu empfehlen einen behandelnden Arzt oder Hautarzt aufzusuchen. Zu den Behandlungsmöglichkeiten gehören u. a. kortisonhaltige Salben und Sprays.

 

Bekämpfung durch Einsatz von Pflanzenschutzmitteln

Im Frühjahr besteht die Möglichkeit die Raupen mittels biologischer Pflanzenschutzmittel (Bazillus thuringiensis Präparate) schon in den ersten beiden Larvenstadien zu bekämpfen. Zu diesem Zeitpunkt sind auch noch keine Gifthaare ausgebildet worden. Vorausgesetzt ist ein frühzeitiges Erkennen, wobei davon auszugehen ist, das schon zuvor erkannte Befallsorte wiederum betroffen sein werden. Das genannte Mittel hat nur auf Raupen und nicht auf andere Tierarten oder Menschen eine Wirkung.

 

Mechanische Gegenmaßnahmen

Zum Zeitpunkt der Prozessions- und Nesterbildung können die Nester einschließlich der enthaltenen Raupen auch mit leistungsfähigen Sauggeräten abgesaugt werden. Eine weitere Bekämpfungsmöglichkeit liegt im Abflämmen oder Absammeln der Nester. Wegen der beschriebenen Gefährdungen sollten Sie als Privatpersonen diese Bekämpfungsmethoden unter keinen Umständen selbst durchführen, sondern hiermit eine Fachfirma, wie die Firma Johannes Janßen GmbH & Co. KG beauftragen, die hierauf spezialisiert ist.

 

Fazit

Vergleichbar mit Wespennestern, anderen stechenden Insekten oder giftigen Pflanzen, Pilzen und Beeren, mit denen man ja ganz alltäglich zu leben gelernt hat, muss auch diese natürliche Begebenheit akzeptiert und verinnerlicht werden.